Dynamische Gefäßanalyse

Bei der dynamischen Gefäßanalyse werden die Gefäßdurchmesser nicht nur in einem Einzelbild, sondern kontinuierlich mittels Bilderserien ermittelt. Wesentlich ist dabei das Erkennen von Veränderungen.

Das Ziel der Untersuchung ist es, den Zustand der Gefäße am Augenhintergrund zu beurteilen und daraus Rückschlüsse auch auf deren Zustand in anderen Bereichen des Körpers zu ziehen. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es erste Hinweise, dass die Untersuchung (insbesondere die dynamischen Gefäßanalyse)geeignet sein könnte, Gefäßschäden durch Alterungsprozesse oder Stoffwechselerkrankungen bereits im Frühstadium zu erkennen.

Fluoreszenzangiographie

Die Fluoreszenzangiographie hat das Ziel, die Gefäße der Netz- und Aderhaut genauer darzustellen als das mit Hilfe anderer Methoden möglich ist. Zuerst wird dem Patienten eine Natriumfluoreszeinlösung in die Armvene injiziert.  Mit Hilfe von besonderen Farbfiltern und einer Kamera wird dann die Verteilung des Farbstoffes in den Gefäßen beobachtet.
 

Eine Fluoreszenzangiographie ist vor allem dann notwendig, wenn Entzündungen, Tumore oder Gefäßverschlüsse vermutet werden. Auch bei der diabetischen Retinopathie macht eine Fluoreszenzangiographie die Gefäßschäden sichtbar.

Optische Kohärenztomographie (OCT)

Die optische Kohärenztomographie (OCT) gehört zu den bildgebenden Verfahren und wird in der Augenheilkunde zur Untersuchung der Retina (Netzhaut), des Glaskörpers und des N. opticus (Sehnerv) verwendet. Es handelt sich um eine nichtinvasive, kontaktlose Methode zur Erstellung optischer, zweidimensionaler Schnittbilder, die eine hohe räumliche Auflösung haben.
Die optische Kohärenztomographie funktioniert mit demselben Prinzip wie ein Ultraschall, nur dass statt Schallwellen ein Lichtstrahlenbündel verwendet wird. Mit der sogenannten niedrigkohärenten Interferometrie (ein Interferometer misst die Interferenz – Überlagerung von Lichtwellen – um z. B. Entfernungen präzise zu erfassen) wird die Laufzeitverzögerung eines Laserstrahls im Vergleich mit einem Referenzstrahl gemessen und ausgewertet. Der Laserstrahl liegt im Infrarot-Bereich bei ca. 830 nm. Das reflektierte und rückgestreute Licht wird erfasst und daraus ein optisches, zweidimensionales Schnittbild errechnet.

Die optische Kohärenztomographie erlaubt eine hochpräzise Darstellung kleinster Strukturen der Netzhaut und ist somit ein wertvolles diagnostisches Verfahren in der Augenheilkunde.

 

Netzhautfeindiagnostik mit dem Spectralis bluepeak

 

Fundusautofluoreszenz zur Untersuchung des retinalen Pigmentephitels (RPE)
Das RPE ist eine dünne Gewebeschicht, die für wichtige Stoffwechselvorgänge im Auge zuständig ist. Sie versorgt die Photorezeptoren der Netzhaut und entsorgt deren Abbauprodukte. Im Laufe des Lebens bilden sich durch diese Abbauprozesse in den Zellen des RPE Einlagerungen, die als Lipofuszin bezeichnet werden.
Krankhafte Veränderungen der Netzhaut können zu einer vermehrten Ansammlung von Lipofuszin führen. Bei weit fortgeschrittenen Krankheitsprozessen gehen RPE Zellen einschließlich des Lipofuszins zugrunde und werden abgebaut. Es kommt somit in verschiedenen Stadien bestimmter Netzhauterkrankungen zu einer atypischen Verteilung von Lipofuszin. Mit Hilfe der Fundusautofluoreszenz kann dies heute auf unkomplizierte Weise frühzeitig sichtbar gemacht werden; oft bereits bevor die Veränderungen im gleichen Ausmaß bei der Untersuchung des Augenhintergrundes erkennbar sind. Somit ist es möglich, wichtige Informationen zur Beurteilung insbesondere der Frühstadien einer Netzhauterkrankung zu gewinnen.

Wie funktioniert die Fundusautofluoreszenz?
Lipofuszin zeigt das Phänomen der Fluoreszenz. Das bedeutet, dass es Lichtenergie in einer bestimmten Wellenlänge aufnimmt und in einer anderen, längeren Wellenlänge wieder abstrahlt. Mit Hilfe von speziellen Filtern wird bei der Fundusautofluoreszenz nur der Wellenlängenbereich des abgestrahlten Lichtes im Augenhintergrund fotografisch aufgezeichnet. Auf diese Weise erhalten wir eine sehr präzise Darstellung des Lipofuszins und dessen Verteilungsmuster.

Wann ist die Untersuchung sinnvoll?
Bei bestimmten degenerativen Netzhauterkrankungen, insbesondere bei der trockenen Form der Altersabhängigen Makuladegeneration. sowie anderen Makulaerkrankungen und Makuladystrophien, stellt die Fundusautofluoreszenz  eine wertvolle Ergänzung des Untersuchungsspektrums dar. In genauer Kenntnis des für die jeweiligen Krankheitsbilder und Erkrankungsstadien typischen Lipofuszinbildes kann der Arzt zum Beispiel verschiedene Formen der Makuladegeneration differenzieren, Therapieerfolge und Krankheitsverläufe kontrollieren.

Sind für diese Untersuchung Kontrastmittel erforderlich?
Nein. Im Gegensatz zur Fluoreszein-Angiographie wird diese Untersuchung ohne dieInjektion von Kontrast- oder Farbstoffen durchgeführt. Die Fundusautofluoreszenz ist somit risikolos wiederholbar und kann sogar bei Kindern oder Schwangeren eingesetzt werden.

Bei diesen Krankheitsbildern und Verdachtsmomenten kann die Fundusautofluoreszenz hilfreich sein:

  • Frühe und trockene Form der Altersabhängigen Makuladegenration (AMD)
  •  Erstdiagnose einer feuchten Altersabhängigen Makuladegeneration
  • Makuladystrophien (z. B. M. Best, M. Stargardt, adulte vitelliforme Makuladystrophie)
  • Netzhautdegenerationen infolge von Medikamentennebenwirkungen (z.B. durch Chloroquin)
  • Makulaveränderungen bei Retinitis pigmentosa
  • Alle Makulaerkrankungen ohne Flüssigkeitsansammlung in der Netzhaut

 

 

 

Pachymetrie

Der Grüne Star oder das Glaukom kann inzwischen sehr gut und erfolgreich behandelt werden. Mittels Augeninnendruckmessung, Untersuchung des Sehnerven und der Gesichtsfelduntersuchung wird meist ein eventuell vorliegendes Glaukom erkannt und bereits erkrankte Menschen regelmäßig überprüft. Die Augeninnendruckmessung basiert auf eine angenommene durchschnittliche Hornhautdicke von 0,55 mm. Ist jedoch die Hornhaut dünner als 0,55 mm, wird ein zu geringer Augeninnendruck gemessen als tatsächlich besteht – eine beginnende Glaukomerkrankung kann dadurch zu spät erkannt werden bzw. die bereits durchgeführte Augentropfentherapie ist nicht ausreichend. Mit einem neuen Gerät (Pachymeter) lässt sich die Hornhautdicke präzise messen. Anhand des exakt gemessenen Wertes wird ein individueller Korrekturfaktor bestimmt, der zukünftig bei Ihnen bei jeder weiteren Augeninnendruckmessung berücksichtigt wird. Wir freuen uns, dass für Sie in unserer Praxis an bestimmten Terminen ein Pachymeter zur Hornhautdickenmessung zur Verfügung steht. Die Ermittlung der Hornhautdicke ist in der Regel nur einmal im Leben notwendig. Da Vorsorgeuntersuchungen von der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen werden, ist diese Untersuchung von Ihnen selbst zu tragen. Der Betrag von 40€ ist aber gut investiert, schließlich ist damit ein Stück mehr an Sicherheit verbunden, dass ein beginnendes Glaukom rechtzeitig erkannt und dann behandelt werden kann und bei Glaukompatienten die bestehende Behandlung optimiert werden kann.

Retinale Gefäßanalyse

Die retinale Gefäßanalyse ist ein nicht-invasives Untersuchungsverfahren der Netzhaut-Gefäße. Mittels einer speziellen Funduskamera werden die Gefäßdurchmesser an arteriellen und venösen Gefäßabschnitten mittels Einzelbildern oder Bildsequenzen bestimmt. Ermittelte Kenngrößen machen bei der statischen Gefäßanalyse den Zustand und bei der dynamischen Gefäßanalyse die Funktion der retinalen Mikrogefäße sichtbar. Damit soll es auch möglich werden, Gefäßschäden im Frühstadium zu erkennen.

Am Augenhintergrund sind die Blutgefäße mittels Augenspiegelung sichtbar. Setzt man diese Gefäße Flickerlicht aus, so kann man deren Reaktionen Dilatation und anschließende Konstriktion im Mikrometerbereich) beobachten.

Statische Gefäßanalyse

Auf Basis eines einzelnen Fundus bildes können nach Markierung Arterien- und Venendurchmesser zuverlässig berechnet werden.